Mein erster Schultag

. . . die Aufregung groß – die Neugier noch viel größer. Nun geht es los. Was und wer erwarten mich in meiner Schule. 6 Wochen Sportunterricht, aufgeteilt in Yoga und Spiele mit dem Ball, werde ich hier anbieten – dann mal los.  Nach einem Rundgang mit dem Direktor und verschiedenen Lehrkräften stelle ich direkt fest, hier ist nichts so, wie ich es aus meiner Sicht gewohnt bin.  . . . Ups – auch schon wieder ein Vergleich – warum eigentlich? Es ist doch nur meine Sicht – die Sicht der Kinder ist doch eh eine ganz andere . . .

Es handelt sich hierbei um eine Schule für Kinder im Alter von 3 Jahren bis 17 Jahren. Ein Teil dieser Schüler wohnt fest in den Schulgebäuden, der andere Teil kommt morgens zum Unterricht. Aber eines haben alle gemeinsam: ein kleines Handicap – entweder können sie nicht sprechen, oder aber nicht hören. Die Verständigung findet somit komplett in der Gebärdensprache statt.

Somit starten wir in 3 verschiedenen Klassen, dem Alter nach einigermaßen geordnet, mit Yoga. Der Raum ist gut, die Verständigung mühselig, die Disziplin schwer. Zur Hilfe stehen Dhiprash, der wiederum meine englischen Worte ins Hindi übersetzt, sowie eine Lehrerin, die diese dann für die Kids verständlich macht. Yogamatten sind nicht vorhanden und da zeigt es sich – alle Kids fühlen sich auf dem Fußboden pudelwohl und können ohne Probleme im Lotussitz sitzen. Wäre das schön . . . Der Sonnendruß lässt uns über die Woche zusammenwachsen und die anfängliche kleine Meditation wird schnell zur Gewohnheit. Klar vieles ist ungewohnt für die Kinder, aber mit zunehmender Zeit werde auch ich besser – nicht mehr reden – Kreis bilden – vormachen – einzeln nachmachen lassen – alle gemeinsam. So hängeln wir uns durch die Woche und genießen auch den einen oder anderen Lacher über uns selbst – da sind wir doch schon wieder alle gleich . . .